Globale Persönliche Gebetsgewohnheiten: 2013 vs. 2018

“Eure erste Pflicht in der Morgenstunde sei es, euch Gott zu weihen. Euer Gebet laute: ‘Nimm mich, o Herr, ganz als dein Eigentum. Ich lege alle meine Pläne zu deinen Füßen. Gebrauche mich heute in deinem Dienst. Bleibe in mir und gib mir Kraft, mein ganzes Werk in dir zu vollbringen.’ Dies sei eure tägliche Aufgabe. Jeden Morgen ergebt euch dem Herrn für den bevorstehenden Tag. Stellt ihm alle eure Pläne anheim, damit sie nach seiner göttlichen Weisheit zur Ausführung gelangen oder unterbleiben. So legt euer Leben Tag für Tag in Gottes Hände, dann wird es Christi Leben immer ähnlicher werden.”  (Der Weg zu Christus, Seite 52)

Betest du täglich, um Gott besser kennen zu lernen? Bringst du ihm alle Dinge deines Herzes: die guten, die schlechten, die wichtigen und die scheinbar trivialen? Das Gebet ist eine der Hauptmethoden, mit denen wir Gott näher kennenlernen können, und daher ein zentraler Bestandteil des geistlichen Lebens.

Weil das Gebet so wichtig ist, haben die Globalen Gemeindemitgliederumfragen (GCMS) in den Jahren 2013 und 2017-18 untersucht, wie Mitglieder weltweit das persönliche Gebet in ihr tägliches Leben integrieren. In der 2013 durchgeführten Studie wurden die Befragten gefragt, ob sie sich mit persönlichem Bibelstudium und Gebet befassen. Über die Hälfte (58%) gab an, dass sie dies sehr oft tun, und weitere 20,3% gaben an, dies häufig zu tun. 12,4% gaben jedoch zu, dass sie sich nur gelegentlich mit dem persönlichen Bibelstudium befassen, und 6,5% gaben an, dies niemals zu tun.

 

Das GCMS 2017-18 formulierte die Frage etwas anders und fragte die Mitglieder, wie oft sie außerhalb der Essenszeiten persönlich beteten. Fast zwei Drittel (64,9%) gaben an, täglich oder mehrmals am Tag zu beten. Weitere 17,3% gaben an, mehr als einmal pro Woche persönlich zu beten, während 7,9% dies etwa einmal pro Woche tun. Die restlichen 10% der Befragten beten weniger als einmal im Monat (5,9%) oder nie (4,0%). Diese Zahlen sind schockierend, da sie darauf hinweisen, dass mehr als ein Drittel nicht täglich betet und jedes zehnte Mitglied sich selten oder nie durch persönliches Gebet mit seinem himmlischen Vater auseinandersetzt!

Das GCMS 2013 forderte die Teilnehmer auf, auf die Aussage zu antworten: „Ich bete, weil mir das Beten beigebracht wurde.“ Fast ein Drittel (31,1%) der Befragten stimmte dem zu, und weitere 18% stimmten dem eher zu. 14,1% der Befragten stimmten dem jedoch eher nicht zu, und fast ein Viertel (28,3%) stimmte dem überhaupt nicht zu. Könnte es sein, dass einige Mitglieder vielleicht nicht beten, weil sie nicht wissen, wie sie das tun sollen?

Da die Familie häufig für die Weitergabe geistlicher Praktiken und Werte verantwortlich ist, fragten die Forscher des GCMS 2017-18 die Gemeindemitglieder, ob das Gebet vor dem Essen in ihrer Herkunftsfamilie eine Gewohnheit war. Eine Mehrheit (67%) stimmte dem zu oder stimmte dem nachdrücklich zu. Ein kleiner Prozentsatz gab an, nicht sicher (6,9%), nicht einverstanden (8,4%) oder überhaupt nicht einverstanden (4,4%) zu sein. Interessanterweise gaben 13,4% der Befragten an, dass diese Frage nicht auf sie zutrifft, was bedeuten könnte, dass sie Christus als Erwachsene kennengelernt haben.

Schließlich fragte das GCMS 2013 die Gemeindemitglieder, ob sie oft ein Gefühl der Gegenwart Gottes verspürt hätten. (Obwohl diese Aussage nicht direkt mit dem Gebet verbunden war, ist das Gebet oft eine Erfahrung, die zu dieser Erfahrung führt.) Über zwei Drittel (69,9%) der Befragten stimmten nachdrücklich zu, dass sie oft ein Gefühl der Gegenwart Gottes hatten, und weitere 12,3% tendierten dazu zustimmen. Nur kleine Prozentsätze waren sich nicht sicher (5,9%) oder stimmten in dem einen oder anderen Ausmaß nicht überein (2,9%).

Da das Gebet ein wesentlicher Bestandteil der Beziehung zu Gott ist, sollte dieses wichtige Thema weder leichtfertig vom Podium genommen werden noch im Sabbatschulunterricht, bei Diskussionen in kleinen Gruppen vernachlässigt werden. Jugendleiter sollten Zeit widmen, um der jüngeren Generation zu helfen die Bedeutung des persönlichen Gebets zu erfassen und dieses Wissen in ihr persönliches Leben zu integrieren. Pastoren sollten diesem Thema besondere Aufmerksamkeit widmen, wenn sie neue Gläubige zur Taufe vorbereiten, insbesondere wenn diese Menschen Christus als Erwachsene kennengelernt haben. Interessanterweise fragten ihn sogar die Jünger Jesu: „Herr, lehre uns beten; auch Johannes hat seine Jünger beten gelehrt (Lukas 11: 1, NGU-DE). Daher ist das Gebet ein untrennbarer Bestandteil der Jüngerschaft. Und es sollte unsere Hoffnung sein, dass die Gemeinde als Ganzes beim nächsten Mal, wenn die Umfrage unter Mitgliedern weltweit durchgeführt wird, ein höheres Maß an spirituellem Engagement durch persönliches Gebet meldet.

 


Erstellt in Zusammenarbeit mit dem Institute of Church Ministry


Geschrieben bei Dr. Petr Cincala

Erstellt und übersetzt bei Manuela Coppock