Ein lebendiges und geistliches adventistisches Zuhause

“Wer ein Haus baut, braucht Weisheit und Verstand; wer dazu noch Geschick besitzt, kann es mit wertvollen und schönen Dingen füllen.” (Sprüche 24:3-4 HOF)

Während der Tagung zur Förderung und Einbindung von Mitgliedern der Adventgemeinde im April 2019 trafen sich über 100 Gemeindleiter aus der ganzen Welt, um Fragen im Zusammenhang mit der Förderung und Einbindung von Mitgliedern der Adventgemeinde zu erörtern.

Ein solches Zentrum der Pflege und der Einbindung in die Gemeinde ist die Familie. Elaine und Willie Oliver, Direktoren  der Familien Seelsorge in der Generalkonferenz, stellten dieses Thema unter dem Titel: Ein geistlich lebendiges Adventistisches Zuhause vor.

Die Olivers stellten die Frage: Wenn Sie an jemanden denken, der Ihre Glaubensentwicklung beeinflusst hat, an wen denken Sie? Die Reaktionen der Menschen waren von meiner Mutter, über meinen Vater, meine Großmutter, meinen Großvater bis zu einem anderen nahen Familienmitglied unterschiedlich.

Diese Reaktionen unterstreichen die Idee dass unser Zuhause der erste und wichtigste Einflussfaktor für unsere Glaubensentwicklung ist. Unsere Beziehung zu Christus und unser Engagement für die Gemeinde begannen immer genau dort, in unserem Zuhause.

In 2018 führte die Barna Gruppe eine Studie zum Glauben in Privathaushalten mit über 2.000 christlichen Familien durch. Sie kamen zu dem Schluss, dass alle Familien in vier Ebenen geistlicher Lebendigkeit eingeteilt werden können. Diese Ebenen sind ruhend, gastfreundlich, Andachthaltend und lebendig.

Ruhende Haushalte zeichneten sich dadurch aus, dass sie nicht miteinander über Gott oder Glauben sprachen. Sie beteten nicht regelmäßig zusammen oder lasen die Bibel nicht regel mäßig zusammen und sie empfingen nicht regelmäßig Besucher von außerhalb der Familie

Gastfreundliche Haushalte waren dafür bekannt, regelmäßig mehrmals im Monat Nichtfamilienbesucher willkommen zu heißen und an einigen spirituellen Aktivitäten teilzunehmen. Jedoch praktizierten nicht alle diese Familien diese Aktivitäten regelmäßig.

Andachtshaltende Haushalte zeichneten sich dadurch aus, dass sie miteinander über Gott oder Glauben sprachen. Sie beteten und lasen regelmäßig zusammen die Bibel, aber sie empfingen nicht unbedingt regelmäßig Besucher von außerhalb der Familie

Lebendige Haushalte waren dafür bekannt, miteinander über Gott oder Glauben zu sprechen. Sie beteten und lasen regelmäßig zusammen die Bibel und hießen mehrmals im Monat Nichtfamilienbesucher willkommen.

Also, was machen wir in unseren Häusern? Wie passen wir in diese Kategorien? Zeigen wir unseren Kindern echtes Liebesverhalten? Sind wir gastfreundlich? Haben wir sinnvolle Gespräche? Beten und reden wir in unseren Familien über Gott?

Es ist viel einfacher, über die Gemeinde und die Evangelisation zu sprechen, wenn es darum geht, die Gemeindemitglieder zu pflegen und zu halten. Es ist jedoch viel wahrscheinlicher, dass wir privat und zurückhaltend werden, wenn es um unsere Familien und die Glaubensentwicklung geht. Natürlich müssen wir uns fragen, ob der Glaube so persönlich und privat ist, dass wir ihn nicht mit unseren Familienmitgliedern teilen wollen oder Angst haben, verletzlich zu wirken. Haben wir Angst davor, schwere Fragen zu stellen oder leben wir nur anscheinend ein christlichen Lebens?

Ein geistlich lebhafter Haushalt hat neben Menschen außerhalb des Haushalts auch viel Spaß und Zeit mit Familienmitgliedern oder Mitbewohnern. Ein solches Zuhause unterscheidet sich von Andachthaltenden und gastfreundlichen Haushalten dadurch, dass es sowohl hingebungsvolle als auch gastfreundliche Eigenschaften vereint. Geistlich lebhafte Haushalte möchten Glaubensaktivitäten, Gefühle und geistliche Gespräche teilen.

Barnas Studie fand auch eine Korrelation mit der Anwesenheit von Kindern und Minderjährigen als Katalysator für Lebendigkeit. Diese Glaubensbildung ist mit der Gastfreundschaft verbunden und wächst mit ihr. Dieses Glaubenserbe wirkt sich langfristig auf die christlichen Überzeugungen und Praktiken aus.

Wenn wir uns das Profil der Mitglieder ansehen, die die Gemeinde verlassen haben, stellen wir fest, dass die meisten von ihnen (82%) Menschen waren, die mindestens einmal pro Woche oder öfter die Gemeinde besuchten. Mehr als die Hälfte (63,5%) hatte mindestens einmal pro Woche Familienandacht. Weniger als die Hälfte (42%) waren nicht in die Gemeinde involviert; Sie waren einfach Beobachter. Etwa ein Drittel (34%) hatte  Eheprobleme und/oder Familienprobleme, und ein Fünftel (20%) hatte Probleme mit anderen Gemeindemitgliedern.

Wer sind die Menschen die in Gefahr sind die Gemeinde verlasses?

Junge Erwachsene nach dem Gymnasiumabschluss die weggezogen sind und alleine leben oder eine bestimmte Universität zu besuchen. Paare, deren Kinder ausgezogen sind, und nun nach einem neuen Lebenszweck suchen. Gmeindemitglieder, die Probleme mit Familienmitgliedern oder anderen Gemeindemitgliedern haben; und auch Gemeindemitglieder, die mit niemandem in der Gemeinde verbunden sind und sich folglich allein fühlen.

Wie kann ein geistlich lebendiges Zuhause also dazu beitragen, die Mitglieder in der Gemeinde einzubinden? Es ist einfach; durch den Aufbau von Beziehungen zu Menschen innerhalb und außerhalb ihres Zuhauses..

Stellen Sie Ihr Zuhause für Aktivitäten in kleinen Gruppen sowie für unterhaltsame Aktivitäten wie Spieleabende zur Verfügung. Laden Sie Leute aus Ihrer Gemeinde ein. Konzentrieren Sie sich insbesondere auf Personen, die sich in Risikogruppen befinden, die Gemeinde zu verlassen. Bieten Sie Mitgliedern in der Krise Unterstützung an. Seien Sie ein Lebensberater, wenn dies nötig ist. Seien Sie Großeltern für Familien ohne Großeltern. Halten Sie Ausschau nach Möglichkeiten, anderen Gottes Liebe zu zeigen und dabei gesegnet zu werden.

Lassen Sie uns eines dieser geistlich lebendigen adventistischen Zuhause sein und uns darauf vorbereiten, Einfluss auf unsere Gemeindemitglieder und Nachbarn zu nehmen.

Denken Sie nicht zuletzt an das Erfolgsversprechen: “Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt.” (Philipper 4:13 HOF)

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte das Link zur PowerPoint-Präsentation von Elaine und Willie Oliver sowie die Audiodatei aus ihrem Workshop während der Nurture and Retention Tagung 2019.

 

Erstellt in Zusammenarbeit mit Elaine and Willie Oliver


 

Erstellt und übersetzt bei Manuela Coppock