Ist größer besser?

 

Wenn Sie schon einmal länger als ein paar Sekunden mit einem Kind zusammen waren, dann wissen Sie dass diese immer denken, dass größer besser ist:

Erwachsener: "Möchtest Du ein kleines Stück Schokolade oder den ganzen Schokoriegel?"

Kind: "Den Grossen!"

Erwachsener: "Möchtest Du das Puppenhaus mit einem Schlafzimmer oder das grosse Puppenhaus, die Villa?"

Kind: "Das Grosse!"

Erwachsener: "Möchtest Du das Matchboxauto oder den riesigen Monster Truck?"

Kind: "Den Grossen!"

Aber wenn es um Angelegenheiten wie die Größe einer Gemeinde geht, ist größer wirklich besser? In einer kürzlich durchgeführten Studie (Globale Gemeindemitgliederumfrage, 2017-18) versuchten die Forscher, die Auswirkungen der Gemeindegröße auf verschiedene Aspekte des Gemeindelebens zu verstehen. Durch die Sammlung von 63.756 Umfragen stellten sie fest, dass demografisch:

• Große Gemeinden (Besucherzahl 401 oder mehr) berichten über ein besseres Bildungsniveau (d. H. College- / Universitäts- oder Hochschulniveau).

• In kleinen Gemeinden (bis zu 50 Personen) gibt es die meisten Haushalte mit fünf Personen, in großen Gemeinden gibt es die meisten Haushalte mit sechs oder mehr Personen.

• In ähnlicher Weise meldeten kleine Gemeinden die höchste Anzahl von Fünf-Personen-Haushalten mit allen Mitgliedern, die den Sabbat hielten, und große Gemeinden meldeten die höchste Anzahl von Sechs-Personen-Haushalten mit allen Mitgliedern, die den Sabbat hielten.

• In kleinen Gemeinden ist die Zahl der Adventisten der ersten Generation am höchsten, in mittleren Gemeinden (51 bis 400) ist die Zahl der Adventisten der zweiten, dritten und vierten Generation ähnlich hoch. In großen Gemeinden gibt es die meisten Adventisten der fünften Generation.

Gemeindeunterschiede nach Größe

Die Zufriedenheit der Gemeinde wurde ebenfalls untersucht. Die Daten zeigten, dass die Teilnehmer größerer Gemeinden insgesamt zufriedener mit ihrer Ortsgemeinde waren, während kleine Gemeinden am wenigsten zufrieden waren.

Größere Gemeinden Mehr Zufrieden

Bei den religiösen Routinen zeigten sich einige interessante Tendenzen - insbesondere bei denjenigen, die in der Herkunftsfamilie der Mitglieder praktiziert wurden. Diejenigen, die große Gemeinden besuchen, beten häufiger vor dem Essen (78,5%), beten morgens oder abends mit einem oder mehreren Elternteilen (58,4%) und besuchen regelmäßig die Gemeinde mit einem oder beiden Elternteilen (75,7%). Darüber hinaus wurde die adventistische Erziehung am meisten von Familien geschätzt, die große Gemeinden besuchten (62,8%). Da große Gemeinden mehr Mitglieder mit einer längeren Geschichte in der Adventgemeinde haben, scheinen diese Erkenntnisse ein natürliches Ergebnis zu sein. Solche Faktoren in größeren Gemeinden wie die Attraktivität des Gottesdienstes, Freunde aus der gleichen Altersgruppe für alle Familienmitglieder, unterschiedliche Ansätze der Missionsarbeit und eine größere Anzahl von Menschen, die eine adventistische Ausbildung erhalten, können zu den religiösen Familienpraktiken und zur allgemeinen Zufriedenheit beitragen.

 

Diejenigen, die kleine Gemeinden besuchen (50 und weniger), berichten von der geringsten Ausübung religiöser Routinen in ihrer Herkunftsfamilie. Die adventistische Ausbildung war auch für die in kleinen Gemeinden am wenigsten wichtig. Dies kann durch kontextbezogene Faktoren bedingt sein (adventistische Schulen sind nicht verfügbar, nicht zugänglich, nicht erschwinglich). Dies kann auch durch die Tatsache erklärt werden, dass eine größere Anzahl der Adventisten der ersten Generation kleinere Gemeinden besucht.

Gemeindeunderschiede nach Größe

Die Größe der Gemeinde wirkte sich sogar auf die Wahrscheinlichkeit aus, dass die Befragten in der Adventgemeinde bleiben würden. Auf die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass sie ihre STA-Mitgliedschaft fortsetzen werden, waren diejenigen, die eine große Gemeinde besuchten, am zuversichtlichsten, in der Gemeinde zu bleiben (95,2% etwas wahrscheinlich / sehr wahrscheinlich), während diejenigen in kleinen Gemeinden diesbezüglich etwas weniger optimistisch waren (91,7% etwas wahrscheinlich / sehr wahrscheinlich).

Gemeindeunderschiede nach Größe

Schließlich diejenigen, die große Gemeinden besuchen sind mehr unzufrieden mit dem Status quo. Sie zeigten ein etwas größeres Verlangen, sich persönlich und als ganze Ortsgemeinde an evangelistischen Aktivitäten zu beteiligen, sowie ein größeres Verlangen, sich in ihrer Ortsgemeinde an der Fürsorge der Bedürfnisse ihrer Nachbarschaft zu beteiligen. Gleichzeitig wünschen sich Mitglieder großer Gemeinden, dass sich ihre Gemeinde mehr um ihre eigenen Mitglieder kümmert und sie fördert.

Größere Gemeinden Weniger Zufrieden

Was ist die durchschnittliche Besucherzahl in Ihrer Gemeinde? Hat Ihre Gemeinde etwas gemeinsam mit den aufgeführten Merkmalen der bestimmten Gemeindegröße?

Während Adventisten, die Mitglieder großer Gemeinden sind, im Allgemeinen die größte Zufriedenheit mit ihrer Ortsgemeinde melden, und Mitglieder kleinerer Gemeinden eher mit bestimmten Aspekten zufrieden sind, ist es wichtig zu beachten, dass unabhängig von der Größe der Ortsgemeinde die meisten Mitglieder zufrieden und glücklich sind mit ihrer Gemeinde. Egal, ob eine Gemeinde klein, groß oder mittelgroß ist, sie hat Stärken und Schwächen. Aber am aller Wichtigsten, unabhängig von der Größe, ist das jede Gemeinde das ist was die Gemeindemitglieder daraus machen. Machen Sie es sich in 2020 zur Aufgabe, sich zu engagieren!

 

Weitere Informationen über die Größe der Gemeinden, die Merkmale der Mitglieder, das Engagement und die Zufriedenheit finden Sie in der folgenden Präsentation von Dr. Petr Cincala, Direktor des Instituts für Ministry:

Gemeindegröße und Mitgliedermerkmale, Engagement, und Zufriedenheit 

Weitere Daten zum GCMS 2018 finden Sie in der folgenden Präsentation von Dr. David Trim vom Amt für Archivierung, Statistik und Forschung:

2018 Jährliche Sitzung Forschungsbericht - Globale Gemeindemitgliederumfrage Datenbericht

 

Erstellt in Zusammenarbeit mit dem Institute of Church Ministry


Geschrieben bei Dr. Petr Cincala

Erstellt und übersetzt bei Manuela Coppock